#istgebont: Ein Monat voller Bons đŸ§Ÿ

Das EHI Retail Institute prognostizierte zur EinfĂŒhrung der Bonpflicht zum 01.01.2020 rund 2 Millionen Kilometer zusĂ€tzliches Bonpapier im Handel, was einer Holzmenge von 12,54 Millionen Kilogramm Holz entspricht.

Im Selbstexperiment #istgebont hat das Team von epap einen Monat lang jeden ausgegebenen Kassenbeleg gesammelt, um die Auswirkungen der Bonpflicht auf Einzelpersonen zu ermitteln. Der finale Bonscore: 225 gedruckte Belege von 12 Teammitgliedern mit einer GesamtlÀnge von 85,5m.

Dabei wurde das Potenzial digitaler Belege fĂŒr mehr Nachhaltigkeit, aber auch fĂŒr effeziente Kontaktmöglichkeiten zu Kund_innen deutlich.

#istgebont: Das Selbstexperiment

Im MĂ€rz sind wir im Rahmen unserer Teamchallenge #istgebont der Frage “Wie viele Kassenbelege gibt es eigentlich?” nachgegangen, um die Auswirkungen der Bonpflicht auf persönlicher Ebene greifbarer zu machen und das Potenzial bzw. die Notwendigkeit digitaler Belege zu verdeutlichen.

Aufgabe unserer 12 Teammitglieder war es, jeden Beleg, der an der Kasse gedruckt wurde, aufzubewahren. Montags wurde jeweils der individuelle als auch der gemeinsame Bonscore ermittelt und ĂŒber Instagram mit der Community geteilt.*

Die Bilanz

Der finale Bonscore am 31.03.2021 ergab 225 Bons (18,75 p.P.)mit einer DurchschnittslÀnge von 38cm und einer Durchschnittsbreite von 7,5cm.

Daraus ergibt sich eine GesamtlĂ€nge von 85,5m sowie eine GesamtflĂ€che von 64,125mÂČ.

Der lĂ€ngste Bon misst 67cm. Die LĂ€nge des Belegs ist dabei nicht direkt abhĂ€ngig von der Anzahl erworbener Artikel. Belege mit nur sehr wenigen Artikeln (1–5) sind oftmals grĂ¶ĂŸer als der Einkauf selbst. Der lĂ€ngste Beleg fĂŒr ein einzelnes Item misst 43cm.

Grund fĂŒr die zunehmende LĂ€nge von Kassenbelegen sind neben vorgeschriebenen Informationen vor allem individuelle Marketingmaßnahmen wie Branding, Coupons oder Gewinnspiele, die rund 8,5cm pro Bon in Anspruch nehmen.

Laut Umfrage in der epap Community besteht bei dem Großteil der Kund_innen kein Interesse an diesen Angeboten auf gedruckten Belegen. 51% gaben aber an, diese Angebote auf digitalen Belegen nutzen zu wollen.

Eine Arm-/BonlÀnge Thermopapier. (Bild: Jannis Dust)

Chancen fĂŒr den Handel mit epap

đŸ€ Effizientere Kontaktmöglichkeiten

Es zeigt sich außerdem, dass Marketingmaßnahmen wie Coupons, Branding oder Gewinnspiele zur Kundenbindung und -aktivierung Belege deutlich verlĂ€ngern, obwohl die Lebensdauer eines durchschnittlichen Kassenbons sehr kurz ist, sodass etwaige Angebote ungenutzt bleiben.

Die Einbindung diverser Kontaktmöglichkeiten zu Kund_innen auf digitalen Belegen hingegen, schafft eine höhere Aktivierung durch geringere Nutzungsbarrieren (z.B. kein lÀstiges Papier im Portemonnaie oder schnellere digitale Reaktion) sowie pointierte Kommunikation.

💚 Mehr Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit spielt fĂŒr CSR-Strategie wie auch das Image eine immer bedeutendere Rolle. Digitale Belege bieten trotz niedriger Kosten und geringem Implementierungsaufwand die Möglichkeit, fĂŒr Kunden_innen spĂŒrbar den ökologischen Fußabdruck des Handels deutlich zu reduzieren.

Indem digitale Belege gleichsam Vorteile auf Kunden- wie Handelsseite schaffen, leisten sie als neuer Kommunikationskanal einen wertvollen Beitrag zur Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsstrategie. Durch die Orientierung an KundenbedĂŒrfnissen, Nachhaltigkeit und Innovation können sie des Weiteren auf das Image des Handels einzahlen.

Und jetzt?

Am Ende des MĂ€rz stehen 225 Belege, die natĂŒrlich nicht einfach entsorgt, sondern weitergenutzt werden sollen. Deshalb befinden sich die Bons aktuell in den kreativen HĂ€nden verschiedener KĂŒnstler_innen der UniversitĂ€t OsnabrĂŒck, die sie in #Bonart verwandeln.

Unsere Instagram-Community stimmte zudem eindeutig fĂŒr den Versand ans Bundesfinanzministerium ab, fĂŒr den wir uns etwas Besonderes ĂŒberlegt haben. Weitere Updates dazu gibt es bald hier.

Anmerkungen

*Die Entwicklung der Challenge kann ĂŒber das Storyhighlight #istgebont nachvollzogen werden.

Reinventing receipts.