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Digitalisierung im Einzelhandel#1 Wie schaut’s aus mit dem digitalen Beleg?

Studien* zeigen, dass viele der Einkaufenden im deutschen Einzelhandel in den meisten Fällen den digitalen Beleg präferieren würden. Wie die Zahlen aussehen und welche Gründe es dafür gibt, haben wir hier auf den Punkt gebracht.

Digitaler Beleg und Mobile Payment passt gut zusammen

Es ist vor allem interessant, dass die Bereitschaft auf den gedruckten Beleg zu verzichten, je nach Zahlungsweise variiert. 76% der Deutschen, die ihre Einkäufe unter anderem per Mobile Payment bezahlen, würden lieber einen digitalen Kassenbon mitnehmen.

“Das Potenzial für das mobile Bezahlen in Deutschland ist enorm.”

bezahlen.de

Aufgrund der steigenden Beliebtheit dieser Bezahl-Lösungen ist die recht hohe Quote ein interessanter Trend. Laut Statista zeigt das Transaktionsvolumen eine prognostizierte, jährliche Wachstumsrate von 35.0% (CAGR 2020–2023) auf €3,035m und 3.2m User.

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Bei Befragten, die ihre Einkäufe mit EC- oder Kreditkarte bezahlen, ist diese Bereitschaft etwas weniger ausgeprägt: Die Quote liegt bei 65% der Kreditkarten-Zahler und 58% der EC-Karten-Zahler. Bei Barzahlenden ist das Umfrageergebnis anders geprägt: Weniger als die Hälfte (45%) der Befragten, würde lieber einen digitalen Beleg mitnehmen.

Wie sehen die Quoten denn derzeit beim gedruckten Beleg aus?

Laut YouGov* gibt knapp die Hälfte (49%) der Befragten an, den Kassenbon immer nach dem Einkauf einzustecken. Weitere 34% tun dies gelegentlich.

In Summe heißt das, der Bon wird von 83% der Befragten in den meisten Fällen mitgenommen. Die Quote variiert natürlich mitunter stark, je nachdem in welchem Laden eingekauft wird. Im Elektrogeschäft werden potenziell deutlich mehr Belege ausgestellt und mitgenommen, als im Bäckereibetrieb oder Schnellimbiss. Die Quote korreliert aber auch mit den Mitnahmegründen:

Das sind die Mitnahmegründe

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Die Mitnahmegründe sind vielfältig und sehr unterschiedlich. Am häufigsten wird der Grund “Garantie” mit 91% genannt. Doch auch, wenn ein Umtausch anstehen könnte (85%) oder der Wert des Einkaufs sehr hoch ist (79%), wird der Bon präferiert mitgenommen. Die Statistik zeigt auch, dass derzeit etwa 35% den physischen Beleg immer mitnehmen, um ein Haushaltsbuch zu führen. Nichtsdestotrotz gibt es einen kritischen Punkt:

Der gedruckte Bon hat ein Problem

Der Bon selbst in seiner gedruckten Form bietet kaum Mehrwert, weder für die Endkunden, noch für den stationären Einzelhandel. Deshalb landet er nach dem Einkauf auch meist direkt im Müll oder dem Schuhkarton.

Alles was ein gedruckter Bon kann, kann auch problemlos digital abgebildet werden.

Interessanterweise ändert da ein Beleg als PDF vergleichsweise wenig. Er wird zwar nicht gedruckt und übertrifft die gedruckte Variante durch die Umweltbilanz und Beständigkeit gegen Ausbleichen, landet danach aber im ähnlichen Papierkorb des E Mail-Postfachs oder Ordners. Es fehlt der Mehrwert, den eine solche PDF mit sich bringt.

Wie erhöht man die Mitnahmequote?

Unsere Hypothese ist ganz klar, dass der Mehrwert des digitalen Belegs, den des gedruckten Exemplars drastisch übersteigen muss. Er darf nicht einfach nur irgendwo rumliegen, sondern muss genutzt werden- und das am Besten automatisch.

Es muss “mehr” aus dem Bon gemacht werden, damit die Mitnahmequote erhöht wird und der Einzelhandel wirklich alle Vorteile der Digitalisierung zu Spüren bekommen.

Unser Ziel ist mit epap ganz klar die Mitnahmequote auf Seiten der Endkunden drastisch zu erhöhen, indem deutlicher Mehrwert erschaffen wird, den es zuvor mit der gedruckten Variante nie gegeben hat. Doch auch der Einzelhandel soll profitieren.

Was bringt das dem Einzelhandel?

Für den Einzelhandel bedeuten digitale Belege prinzipiell erstmal Ersparnis und Nachhaltigkeit. Punkte, die vor allem durch die neue Bonpflicht an Relevanz gewonnen haben.

Der Point of Sale wird zukünftig immer weiter verschoben und zwar tendenziell eher weiter von der Kasse weg, wenn man die Entwicklung von Self-Checkout, Lieferdiensten und E-Commerce betrachtet. Während zuvor Aktionen und Rabatte auf den Bon gedruckt wurden, können digital viel interessantere Kampagnen durchgeführt werden, die den Endkunden wirklich einen Mehrwert bieten und dem Einzelhandel weitere Kommunikation mit den Kunden ermöglichen können — wenn sie sinnvoll eingesetzt wird.

Doch dafür muss der digitale Beleg wirklich “mehr” sein, als die gedruckte Form. Dann haben alle Seiten einen Vorteil und die nachhaltige, digitale Variante kann erfolgreich etabliert werden.

Fazit

Um die Zahlen zusammenzufassen:

  • 76% der Mobile Payment User, 65% der Kreditkartennutzer, 58% der EC-Kartennutzer und 45% der Barzahler würden einen digitalen Beleg bevorzugen.
  • Hintergrund ist vor allem die Sicherheit und Kontrolle, aber auch das Überprüfen der Finanzen.
  • Digitale Belege müssen mehr sein, als nur eine digitale Variante des Bons, um wirklich für alle Parteien den größten Mehrwert darzustellen
  • Digitale Belege sind ein Teil der Gesamtdigitalisierung des Handels

Freut euch auch auf weitere Artikel, die wir in Zusammenarbeit mit spannenden Experten und Unternehmen verfassen werden. Was sagt ihr zu der Entwicklung im Einzelhandel? Kommentiert eure Meinung gerne.

Quelle für die genannten Zahlen ist: YouGov-Studie, 2019, Digitalisierung an der Einkaufskasse

geschrieben von Jannis Dust, Co-Founder epap

Written by

Reinventing receipts.

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